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Die Entstehung des Islams

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Marcel Rebiai, Mai 1994

ENTSTEHUNG UND SELBSTVERSTÄNDNIS DES ISLAMS UND SEINE ANSPRÜCHE AUF JERUSALEM

ALLAH - DER GLEICHE GOTT DER CHRISTEN, DER MOSLEMS UND DER JUDEN?

KERNAUSSAGEN DES EVANGELIUMS

KERNAUSSAGEN DES ISLAMS

DER ISLAM ALS NACHCHRISTLICHE RELIGION

JUDEN UND CHRISTEN IM ISLAM

DER ANSPRUCH DES ISLAMS AUF JERUSALEM


ENTSTEHUNG UND SELBSTVERSTÄNDNIS DES ISLAMS UND SEINE ANSPRÜCHE AUF JERUSALEM

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Eigener Wert durch eigene Offenbarung

Als Mohamed anfing, den Islam aufzubauen, wurde er von der menschlichen Realität getrieben, in der wir Menschen seit dem Sündenfall stehen, nämlich der Minderwertigkeit. Seit dem Beziehungsbruch zwischen Gott und dem Menschen hat der Mensch sein Selbstwertgefühl, sein Selbstverständnis verloren, weil beides einzig darin begründet ist, dass Gott in einer persönlichen Beziehung zum Menschen steht. Gott allein gibt dem Menschen diesen hohen Wert, sein Ebenbild und Gegenüber zu sein. Tritt der Mensch aus dieser ganz persönlichen Beziehung zu Gott heraus und geht auf Distanz zu diesem Gott, der ihn geschaffen, ihm seine Bestimmung, seine Identität und seinen Wert gegeben hat, so geht er in die Irre (siehe Jesaja 53). Die Folge ist eine existentielle Identitätskrise, Minderwertigkeit (auch wenn sie sich in Stolz, Selbstüberschätzung und Arroganz äussern mag), innere Einsamkeit, Verlust der Vertrauensfähigkeit und das Gefühl des Ausgeliefertseins. Von dieser Tatsache her begründen sich die existentiellen Fragen jedes Menschen: Wer bin ich? Woher komme ich?

Der Antrieb eines natürlichen Menschen, zu Leben, Ansehen und so zurück zum verlorenen Selbstwert zu kommen, ist letztlich der Geltungstrieb. Dieser Trieb verlangt immer wieder die Bestätigung, von anderen wahrgenommen zu werden. Diese Erfahrung verleiht ihm Wert und ermöglicht ihm, sich selber anzunehmen, zu einem Selbstverständnis zu finden. Als Beziehungswesen sind wir daraufhin geschaffen, unseren Wert in erster Linie in der Zuwendung Gottes und dann auch in der Zuwendung unseres Nächsten zu erfahren.

Mohamed sah, dass die Juden und auch die Christen eine Offenbarung Gottes haben. Gott hatte sich ihnen zugewandt. Beide Religionsgemeinschaften besassen ein Buch in ihrer Sprache. Warum hatte Gott sich jedoch nicht auch dem arabischen Volk zugewandt?! Mohamed spürte, dass die Araber verglichen mit diesen Völkern ein Niemand waren. Das Gefühl, von Gott übergangen zu sein, kränkte Mohamed zutiefst. Dieses Gefühl der Minderwertigkeit veranlasste ihn, für sich und sein Volk eine eigene Offenbarung und Wertschätzung von Gott her zu suchen. Mohamed wurde zu einem Gottessucher.


Wer offenbarte sich Mohamed?

Seine Begegnung mit jenen Mächten, die ihm eine Offenbarung gaben (nach dem Koran war es der Erzengel Gabriel) sind bezeichnend für den Geist, der sich im Islam manifestiert: Mohamed hatte während und nach diesen Erscheinungen nicht nur grosse Angst; er wurde dreimal dazu getrieben, seinem Leben ein Ende zu setzen. Er spürte, dass diese Begegnungen nicht von Gott sein können, und glaubte, es seien Dämonen und böse Geister.

Mohameds Frau Chadidscha als Steigbügelhalterin des Islams

Mohameds Frau Chadidscha war fünfzehn Jahre älter als er, eine starke Persönlichkeit, sehr reich und gesellschaftstüchtig. Sie hatte ihn geheiratet, nicht er sie. Sie erkannte die Gunst dieser Stunde als Möglichkeit, Macht zu erlangen, und sagte zu Mohamed, er sei zum Propheten erwählt worden; er solle diese Offenbarungen weiterhin suchen und sich diesen (dämonischen) Begegnungen aussetzen. Chadidscha ermutigte Mohamed zum Prophetenamt und verhalf nicht zuletzt damit dem Islam zur Entstehung. Ohne diese Frau wäre es nicht so weit gekommen.


Mekka, ein Zentrum des Polytheismus

Mohamed lebte Ende des 6. Jahrhunderts in Saudi-Arabien, in einer Umgebung des religiösen und gesellschaftlichen Zerfalls, der auch seine Familie erfasst hatte. Die Araber glaubten an viele Götter und betrieben Fetischismus, d.h. sie beteten besondere Steine und Naturerscheinungen an. Die Kaaba, der schwarze Stein in Mekka, erinnert noch an diese vorislamischen Riten. Die Kaaba war schon damals Ziel vieler Pilgerreisen. Die Menschen hofften dort religiöse Erlebnisse zu machen und gute Geschäfte mit den unsichtbaren Geistern und den Menschen abzuschliessen.

Viele Juden und Christen lebten in dieser Gegend. Die damalige Kirche verbannte die Ketzer nach Saudi-Arabien, das für das byzantinische Reich als Hinterland galt. Mohamed kam mit einigen von ihnen in Kontakt und hörte viele kuriose Lehren, die nicht dem Evangelium entsprechen. Auf diesem Weg kam beispielsweise der Trinitätsbegriff Gott Vater, Jesus und Maria in den Koran.


Mohamed orientiert sich an Juden und Christen

Am Anfang seiner Gottessuche orientierte sich Mohamed stark an dem, was er von Juden und Christen hörte. Er sprach von Gott als dem Schöpfer, dass die Menschen Gottes Gebote halten sollen (welche Gebote das genau sind, war ihm noch nicht klar) und dass Gott am Ende der Zeit die Menschen aufgrund ihrer Taten richten werde. Er war ein Freund der Juden, weil er überzeugt war, dass sie Kronzeugen seiner Berufung seien. Auch die Juden redeten ja von dem einen Gott, vom Schöpfer, von einem Gericht, von Engeln.

Dieser eine Gott war eine neue Botschaft für die arabische Welt, wo doch bisher alle verschiedene Götter angebetet hatten. Mohamed predigte in Mekka sein Verständnis von dem einen Gott und sagte, wenn das arabische Volk ihm nicht glauben wolle, solle es doch zu den Juden gehen und jene fragen. Die Juden würden bestätigen, dass seine Botschaft richtig sei. Mohamed hatte in Mekka eine schweren Stand. Seine Frau Chadidscha, die ihn in seiner Berufung als Prophet des arabischen Volkes so sehr unterstützt hatte, lebte nicht mehr. Er wurde nach Medina gerufen.


Mohamed - erster islamischer Staatsmann

Medina liegt ungefähr 300 Kilometer nördlich von Mekka. Damals machte die jüdische Kolonie in dieser Stadt gerade die Hälfte der Einwohner aus: 40'000 Juden lebten dort ohne Probleme mit den Arabern zusammen. Unter den Arabern gab sehr viele Sympathisanten gegenüber dem Gott Israels. Einige orientierten sich am Leben und Glauben der Juden. Sie spürten, dass der Glaube der Juden viel erhabener, viel geordneter war als das, was sie kannten. Bis dahin gab es keine Feindschaft zwischen ihnen, im Gegenteil. Diese Feindschaft zwischen Juden und Arabern entstand erst später und ist kein ethnisches Problem.

In Medina drohte die Blutrache vor allem unter den Arabern und teilweise auch unter den Juden die Bevölkerung auszurotten. Mohamed wurde nach Medina gerufen, um der Blutrache Einhalt zu gebieten und der Stadt neue Gesetze zu geben. Dies gelang ihm auch. Mohamed erzählte seinen Landsleuten in Medina in arabischer Sprache von dem einen Gott, der sich nun durch ihn den Arabern offenbart habe. Er brachte neue Gesetze und viele soziale Erneuerungen in die arabische Gemeinschaft. Hier entstand die erste islamische Gemeinschaft.


ALLAH - DER GLEICHE GOTT DER CHRISTEN, DER MOSLEMS UND DER JUDEN?

Für unser Leben als Christen und unser Verständnis des Islams ist die Klärung dieser Frage ganz wichtig! Vielen, oft auch der Kirche, ist die Antwort nicht klar. Man geht selbstverständlich davon aus, dass Moslems wie Christen an denselben Gott glauben. Das beweisen sowohl sämtliche Veranstaltungen mit Moslems, bei denen die Kirche engagiert mitarbeitet, als auch die zunehmende Propaganda für den Islam in kirchlichen Blättern.

Es gibt nur einen Gott. Das ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott und Vater Jesu Christi. Die Frage ist im Grunde nicht, ob die Moslems einen anderen Gott haben als die Christen. Die eigentliche Frage ist, wie man zu diesem Gott kommt, welcher Weg zu diesem Gott hinführt und wie sich dieser Gott in seinem Wesen wirklich offenbart hat.
Um diese Frage zu klären, möchten wir jetzt zuerst auf die Kernaussagen des Evangeliums und dann auch des Islams eingehen.


KERNAUSSAGEN DES EVANGELIUMS

Ein Gott der Beziehung

Der Gott des Evangeliums ist ein Gott der Beziehung. Das kommt in der Bibel von der ersten Seite an zum Ausdruck und widerspiegelt sich in der Dreieinigkeit. Weil Gott ein Gott der Beziehung ist, ist auch der Mensch als sein Geschöpf ein Mensch der Beziehung. Der Mensch ist auf Beziehung hin geschaffen und kann ohne Beziehung nicht sein.


Sünde ist eine Frage der Beziehung

Aus diesem Grund ist Sünde in der Bibel immer eine Beziehungsdimension. Sünde zieht eine unheile, gebrochene Beziehung zu Gott nach sich. David bezeugt diese Konsequenz von Sünde in Psalm 51 sehr klar: "An dir allein habe ich gesündigt." David ist sich bewusst, dass sein Vergehen sich ganz direkt auf seine Beziehung zu Gott niedergeschlagen hat. Weil dem Gott des Evangeliums an einer heilen Beziehung zu uns Menschen liegt und er gleichzeitig unsere Realität als gefallene, sündige Menschen einbezieht, ist Vergebung im Evangelium ganz zentral. Vergebung bedeutet, wieder in heile Beziehungen hinein führen.


Gott will heile Beziehungen

Weil unser Gott ein Gott der Beziehung ist, haben wir Christen nur ein Gebot, das schon im Alten Testament vorhanden ist und Jesus uns neu gegeben hat: das Doppelgebot der Liebe. Darin geht es um die Beziehung zu Gott, um meine Beziehung zu mir selber und um die Beziehung zum Nächsten. Unsere Beziehungen sind noch lange nicht alle heil, auch wenn wir Christen sind. Aber Jesus hat durch seinen Tod, durch sein Blut die Voraussetzung geschaffen, dass wir in heile Beziehungen hineinwachsen können. Das ist eine Dimension, die es nur im Evangelium gibt: wahrhaftig heile Beziehungen, vom Vater zu mir und von mir zu meinem Nächsten.


Gott schafft seinen Geschöpfen Lebensraum

Wenn die Bibel von Gottes Herrschaft spricht, meint sie damit immer, dass er als Gott allen Lebens seinen Geschöpfen Lebensraum schafft. Er will, dass seine Geschöpfe leben. Er hat keine Freude am Tod des Gottlosen. Deshalb hat seine Herrschaft immer zum Ziel, den Menschen Lebensraum zu schaffen. Überall dort, wo wir als Christen über Herrschaft sprechen oder im Namen Gottes Herrschaft ausüben und feststellen, dass diese Herrschaft nicht Leben gibt, nicht Raum schafft, sondern Leben nimmt, einengt, orientiert sich diese Herrschaft nicht am Gott des Evangeliums.


Ausserhalb von Gott gibt es kein Leben

Weil Gott ein Gott der Beziehung ist und weil es Leben nur in dieser Beziehung zu Gott gibt, ist jeder und alles, der nicht in dieser heilen Beziehung zu Gott steht, dem Tod übergeben. Das ist keine Strafe Gottes, sondern eine Konsequenz dessen, dass Leben nur in einer heilen Beziehung zu diesem einen Gott möglich ist.



KERNAUSSAGEN DES ISLAM

Gott richtet seine Herrschaft durch sein Gesetz auf

Im Islam sind die oben genannten Gedanken unvorstellbar. Im Zentrum steht nicht die Beziehung, sondern das Gesetz, das Gott offenbart hat. Im Evangelium hat sich Gott selber offenbart durch seinen Sohn Jesus, weil es ihm um die Beziehung zu den Menschen geht. Im Islam heisst es, Gott habe sein Gesetz offenbart mittels eines Propheten. Nicht sich selbst, sondern sein Gesetz hat er offenbart. Im Islam sind vier Gesetzsschulen damit beschäftigt, dieses Gesetz in jede kleine alltägliche Handlung umzusetzen, weil dieses Gesetz die Herrschaft Gottes aufrichte. Ziel des Islams ist es, Gottes Herrschaft mittels dieses göttlichen Gesetzes aufzurichten.

Gott fordert globale Unterwerfung unter seine Herrschaft, wenn nötig mit Gewalt

Das Gebot des Islams lautet, die ganze Schöpfung unter dieses göttliche Gesetz zu bringen. Der Islam spricht von zwei Realitäten: vom Haus des Krieges und vom Haus des Islams. Das Haus des Islams ist der Teil der Welt, der bereits unter dem islamischen Gesetz steht. Das Haus des Krieges ist der verbleibende Teil, den es noch diesem Gesetz zu unterwerfen gilt. Die Lebensaufgabe eines Moslems ist es, dieses göttliche Gesetz, die Herrschaft Gottes weltweit aufzurichten; denn der Gott des Islams ist nur an seiner Herrschaft interessiert. Herrschaft im Islam geht immer auf Kosten des einzelnen Menschen, weil der Mensch nur insofern eine Bedeutung hat, als er für die Herrschaft Gottes kämpft und diese aufrichtet.

Im Islam gibt es keine Unterscheidung zwischen der Herrschaft Gottes im Jenseits und im Diesseits. Der Islam muss seine Herrschaft auf dieser Erde sichtbar machen, um sich als Wahrheit zu legitimieren. Nur dort, wo alle anderen Religionen unter dieses Gesetz kommen, wird sichtbar, dass der Islam tatsächlich die von Gott erwählte Religion ist; deswegen ist Herrschaft sehr wichtig! Um sie aufzurichten, ist im Islam alles erlaubt. Wenn wir als Christen von Wahrheit sprechen, haben wir eine ganz konkrete Vorstellung; Wahrheit verbinden wir mit Freiheit. Der Wahrheitsbegriff im Islam ist ganz anders. Bedeutende islamische Theologen sagen dazu folgendes:

"Lügen sind Sünden, es sei denn, sie werden zum Wohl eines Moslems oder um ihn aus einer Katastrophe zu retten erzählt" (in 'Al Awsat' von Al Tabarani).

"Mündliche Lügen sind im Krieg erlaubt, um die Moslems zu stärken, wenn sie diese im Kampf benötigen" (Zitat Ibn Al Arabi)

"Stolz ist schlecht, ausser im Krieg. Allah dem Allmächtigen gefällt es, wenn der Moslem im Kampf stolz ist, weil dies bezeugt, dass er seinem Feind ohne Furcht und mit Entschlossenheit, ihn zu besiegen, gegenübersteht" (Zitat Ibn Al Arabi)

Dieser religiöse Kampf umfasst nicht nur gedankliche Arbeit und kämpfen mit Argumenten, sondern ebenso handfeste Waffengewalt, heiligen Krieg (siehe folgende Surenabschnitte im Koran, übersetzt nach Rudi Paret: 2: 190-194, 216, 217 / 4: 94-96 / 8: 12-16, 39, 65, 67 / 9: 23, 29, 73 und andere).


Der Islam denkt territorial

Da es im Islam weder um den einzelnen Menschen noch um seine Beziehung zu Gott geht, will der Islam nicht bekehren, nur beherrschen. Dazu braucht es keine Sinnesänderung. Ziel ist es, möglichst viele Gebiete der Erde unter seine Herrschaft zu bringen. Diese Herrschaft ist nicht geistig gemeint, sondern muss ganz konkret sichtbar gemacht werden, um sich als endgültige Wahrheit zu legitimieren. Der Islam kennt keine Unterscheidung zwischen Diesseits und Jenseits. Alle Völker und Länder müssen sichtbar dem islamischen Gesetz unterworfen werden. Der Islam will Boden gewinnen, Territorium, nicht Menschenherzen.


Orientalische Machtfülle

Die Vorstellung von Gott im Islam orientiert sich an den Bildern der altorientalischen Herrscher, die eine unvorstellbare Machtfülle hatten. Allmacht ist denn auch neben Gerechtigkeit und Barmherzigkeit (im Islam anders verstanden als im Evangelium!) das wichtigste Attribut dieses Gottes. Der Schlachtruf im Islam lautet: "Gott ist immer grösser. Seine Machtfülle hat kein Ende!" Weil er unendlich mächtig ist, hat der Mensch keine andere Wahl, als Gott zu gehorchen. Im Islam ist die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen ein Machtverhältnis. Gott ist ein Gott der Stärke und der Allmacht. Daher ist es für einen Moslem undenkbar, dass Jesus (im Koran der zweitwichtigste Prophet, wenn auch nicht Gottes Sohn) einfach umgebracht wurde: Gott sei doch nicht so einfältig und schwächlich, dass er ohne Eingreifen der Ermordung seines Propheten zugeschaut hätte...!


Gott ist unnahbar

Der Islam hat ein natürliches Gottesbild entwickelt: Gott ist ein unendlich ferner Gott, wie er es nach biblischem Verständnis in der gefallenen Schöpfung auch ist. In der gefallenen Schöpfung besteht eine unendliche Distanz zwischen Gott und den Menschen. (Das islamische Gottesbild könnte man auch 'schweizerisches' oder 'deutsches Gottesbild' nennen, denn die Schweizer bzw. Deutschen, die nicht durch Jesus mit Gott versöhnt wurden, sind ein Teil der gefallenen Schöpfung geblieben und in ihrem Denken und Handeln Gott gegenüber sehr islamisch...) Im Islam ist es unvorstellbar, von Gott als einem Gott der Beziehung zu sprechen oder gar von einer persönlichen Beziehung zu diesem Gott. Das ist Gotteslästerung. Er ist unnahbar für den gewöhnlichen Menschen, unendlich erhaben und anders. Der Gott des Islams kann nie mit der Not und dem Leiden der Menschen in Verbindung gebracht werden, weil er unmöglich verlieren kann. Er ist ein Gott des Kampfes und des Sieges. Ein Herrscher darf keine Schwäche an sich haben und auch nicht mit ihr in Berührung kommen! Sonst wäre Gott nicht mehr Gott! Wie anders ist auch in diesem Punkt der Gott des Evangeliums, er, der das Schwache und Geringe erwählt hat (1. Kor. 1, 27-29).


Vergeltung statt Vergebung

Im Evangelium bedeutet der Sündenfall Beziehungsbruch; im Islam existiert diese Beziehung schon gar nicht! Von daher gibt es im Islam gar keinen Sündenfall, so wie es auch keine Erlösung im Sinne des Evangeliums gibt. Der Moslem kann zwar sehr wohl das Gesetz Gottes übertreten; aber damit ist er nicht mit Gott selber konfrontiert, nur mit dessen Gesetz. Dieses fordert Vergeltung. Die Herrschaft Gottes mittels des göttlichen Gesetzes steht im Zentrum. Lohn und Strafe sind die Prinzipien. Der Mensch ist allein auf seine Fähigkeit geworfen, mit der er dieses Gesetz einzuhalten vermag. Der Gott des Islams sagt: "Wir haben den Menschen geschaffen und ihm einen Verstand gegeben, mit dem er fähig ist, das Gesetz Gottes zu erkennen und einzuhalten." Der Moslem muss sich gesetzeskonform verhalten. Hat er eine Regel übertreten, muss er sie wieder gut machen. Es gibt keine Vergebung ohne Gegenleistung des Menschen. Im Islam heisst es: "Wenn du sündigst, sündigst du gegen dich selbst, und wenn du Gutes tust, tust du das für dich selbst." Gott lässt sich nicht betreffen vom Handeln der Menschen.


Keine Religionsfreiheit

Ein Moslem hat keine Freiheit, Moslem zu sein. Zitat eines islamischen Führers in Algerien: "Es gibt nur eine Freiheit für den Menschen; das ist die Freiheit zum Islam." Ein Mensch, der in das islamische System hineinkommt, hat nicht mehr die Wahl, aus diesem System auszubrechen, weil jede Distanzierung vom Islam eine Majestätsbeleidigung bedeutet. Die Majestätsbeleidigung Gottes muss nach islamischem Gesetz mit dem Tod bestraft werden. Eine solche Freiheit würde nebst der Majestätsbeleidigung Verrat am eigenen Volk und der ganzen islamischen Gesellschaft bedeuten. Der Islam ist die einzige Religion Gottes und somit die einzige Form, wie Gott sich der Schöpfung zuwendet. Der Moslem als Anhänger dieser einzig wahren Religion steht Gott am nächsten. Das ist Realität für die Moslems: Sie befinden sich in einem Gefängnis, aus dem es menschlich gesehen keinen Ausweg gibt. Religionsfreiheit nach unserem Verständnis ist im Islam unvorstellbar. Ein Mensch hat nur die Freiheit, Moslem zu werden.


Arabische Theologen über den Abfall vom Islam

Wenn sich die äussere Ausprägung der Haltung des Islams den Juden und Christen gegenüber auch geändert haben mag, so ist der Islam in seinem Anspruch doch unverändert geblieben. Aus diesem Grund werden Christen in islamischen Ländern mit gutem Gewissen diskriminiert; werden in Europa Moscheen gebaut, ohne je daran zu denken, den Bau einer Kirche in einem islamischen Land zu bewilligen usw. Ein Zitat aus einer Schrift, die von der islamischen Universität in Kairo herausgegeben wurde, mag die Aktualität der oben beschriebenen Haltung veranschaulichen. Nach dem Krieg von 1967 kamen alle islamischen Führer aus der ganzen Welt in Kairo zusammen und machten sich Gedanken über Israel und das Verhältnis zwischen Islam und Israel. Es waren keine Radikalen, sondern die Elite der islamischen Welt, die Gelehrten. Sie gaben über alle ihre Reden ein dickes Buch heraus in englischer Übersetzung, die vom ägyptischen Staat subventioniert wurde. In einer deutschen Abschrift unter dem Titel "Arabische Theologen über Juden und Israel" sagt einer der Professoren zum Thema "Abfall vom Islam":

'Niemand, der sich zu einem Glauben bekennt, denkt je daran, ihm abzuschwören, es sei denn, er entdecke, dass seine Glaubensgrundsätze falsch sind. Der Islam gründet sich auf wahre Glaubenssätze; und keinem Gläubigen fällt es ein, ihn abzulehnen, ausser unter Zwang. Die meisten, die vom Islam abfielen, waren nur Opportunisten, welche den Islam für weltliche Zwecke annahmen und nach Erreichung ihrer selbstsüchtigen Ziele wieder zu ihrem alten Glauben zurückkehrten. Da sind Juden und Christen gemeint, die in der Geschichte immer wieder, wenn sie zu ihrem alten Glauben zurückgingen, umgebracht wurden. Solche Opportunisten nehmen den Glauben freiwillig an, aber ohne ernste Absichten. Es ist nur Gesetz, die Religion gegen einen solchen Leichtsinn zu schützen. Für den Abfall vom Glauben muss es deshalb eine schwere Strafe geben; das ist im allgemeinen die Todesstrafe, sodass jeder, der sich zum Islam bekehrt, genau weiss, was ihn erwartet, wenn er ihm abschwört. Bestimmt wird jeder, der einen Ort betritt und weiss, dass er darin eingeschlossen wird, sich das gut überlegen und nicht eintreten, wenn er nicht fest entschlossen ist, darin zu bleiben.' 


Die Identität des Moslems

Was mag einen Moslems dazu bringen, mit tiefer innerer Überzeugung für einen solchen Gott einzutreten? Der Moslem hat in dem Masse Anteil an der Herrschaft Gottes, wie das Gesetz des Islams aufgerichtet ist. Er muss mit allen Mitteln dafür kämpfen, diese Herschaft aufzurichten. Das ist seine einzige Möglichkeit, überhaupt eine Identität, einen Lebensraum zu haben. Überall, wo dann der Islam herrscht, kommt der Moslem in den Genuss: "Ihr Gläubigen, ihr seid die beste Gemeinschaft, die Gott geschaffen hat auf der Erde. Ihr gebietet, was Gesetz ist, und verbietet, was unrecht ist." 'Beste Gemeinschaft' bedeutet: Lieblinge Gottes, Elite der Menschheit, ein Segen für alle, Erben des Paradieses.


Der Islam: eine menschlich vernünftige Religion

Liebe als bedingungslose Zuwendung Gottes liegt jenseits jeglicher Vernunft. Im Islam als einer menschlich vernünftigen Religion existiert das Verständnis dieser Liebe nicht. Der Islam ist eine Religion des Natürlichen, des gefallenen Menschen, und geht davon aus, dass der Mensch mit allem, was er tut, darauf ausgerichtet ist, optimal zum Leben zu kommen. Im Islam ist die Realität der gefallenen Schöpfung zum göttlichen Prinzip erhoben worden, wo der Mensch in eigener Kraft seinen verlorenen Selbstwert wieder zu erlangen sucht. Der Islam bietet dem Menschen Macht an; und Herrschaft über andere ist das Ziel, um die eigene Minderwertigkeit loszuwerden: "Kämpfe, dass das göttliche Gesetz des Islams aufgerichtet wird, und du wirst herrschen!"

Im Islam ist der Mensch völlig auf sich selber geworfen und auf sich fixiert, so monotheistisch der Islam auch tönen mag. Er ist eine Religion des abwesenden Gottes, weil ihn die Belange der Menschen nicht kümmern. Nicht nur Moslems denken von Gott, er sei nicht hier und kümmere sich nicht um uns Menschen... In dieser Annahme leben auch viele Nichtmoslems.


DER ISLAM ALS NACHCHRISTLICHE RELIGION

Die Juden verwerfen Mohameds Anspruch

Nachdem Mohamed in Medina zur Herrschaft gekommen war, fing er an, sich mit den Juden auseinanderzusetzen im Glauben, dass sie ihn als Propheten akzeptieren würden. Leider gaben ihm die Juden damals in einer nicht sehr feinfühligen Art zu verstehen, dass sie nur noch auf Elija warteten, und dass Elija kaum ein Araber sein werde, erst recht kein Schriftunkundiger wie er. Damit trafen sie Mohamed sehr unsanft in seiner Wunde der Minderwertigkeit, die ihn bisher immer angetrieben hatte. Die Juden sagten ihm offen, seine Offenbarungen seien wohl Einflüsterungen von Dämonen gewesen. Das hiess mit anderen Worten, dass es die Araber nicht wert waren, dass Gott sich ihnen offenbarte. Mohamed fühlte sich sehr abgelehnt von den Juden, von denen er doch so vieles angenommen hatte (am Anfang wandten sich beispielsweise die Moslems nicht gegen Mekka beim Gebet, sondern gegen Jerusalem, das ihnen als erste heilige Stadt galt). Zwischen Mohamed und den Juden entbrannte Feindschaft.


Die Christen helfen Mohamed zu überleben

War Mohamed einerseits von den Juden abgelehnt, so wurde er von den Christen belächelt; sie lehnten ihn nicht so sehr ab. Als Mohamed von seiner eigenen Familie verfolgt wurde, gab ein christlicher Herrscher Äthiopiens ihm und seinen Getreuen Asyl und ermutigte ihn, weiterzumachen, weil sie eigentlich beide den gleichen Gott hätten. So halfen die Christen dem Islam zu überleben. Für Mohamed waren die Christen eigentlich Götzendiener. Sie glaubten an drei Götter und vieles mehr, was ihm ganz unverständlich war. So war es für ihn unvorstellbar, dass Jesus als Starprophet Gottes von den Juden hätte umgebracht werden können. Er selber, Mohamed, war ja das beste Beispiel dafür, dass jeder, der mit Gott ist, siegt. Denn Mohamed siegte! Er merzte alle seine Widersacher aus, nahm Mekka ein und vertrieb alle jüdischen Stämme ringsum, die gegen ihn waren. Sein Sieg bestätigte und versiegelte ihn als wahren Propheten Gottes. Als siegreicher Herrscher galt er als Gesandter Gottes, der im Namen des allmächtigen Gottes zu gebieten hatte. Weil es für ihn nicht annehmbar war, sondern ein Zeichen der Schwäche und des Versagens, dass Jesus umgebracht worden war, setzte er sich auch von den Christen ab.


Abraham: ein Moslem

Mohamed sah ein, dass sich weder Juden- noch Christentum mit seiner neuen Offenbarung verbinden liess. Er musste einen eigenen Weg suchen, um das Erreichte nicht wieder zu verlieren. Und er fand ihn, religiös gesehen, auf geniale Art. Er sah, dass es eine Person gab, die für Juden und Christen gleichermassen wichtig war: Abraham. Abraham war kein Jude und auch kein Christ; Juden gibt es erst seit dem Gesetz am Sinai, und Christen gibt es erst seit Jesus Christus. Was konnte Abraham anderes gewesen sein als Moslem?! Zitat aus dem Koran (Sure 3.67): "Abraham war weder Jude noch Christ. Er war vielmehr ein gottergebener Hanif und kein Heide." Das heisst, auch keiner, der seinem Gott noch andere Götter beigesellte wie zum Beispiel die Christen.


Die Religionsgeschichte wird nachträglich islamisiert

Abraham war also ein Gottessucher, der erste Moslem. Nach dem Koran hat er mit seinem Sohn Ismael zusammen die Kaaba erbaut, das erste Gotteshaus, zum Segen und zur Rechtleitung der Menschen aller Welt. Die ganze Religionsgeschichte wurde von Mohamed zurückislamisiert: von Adam über Noah und Mose bis hin zu den Erzvätern sind alle Moslems. Auch David, Salomo und erst recht Jesus gelten einem Moslem als Moslems, weil sie in der einzig wahren und richtigen Haltung Gott gegenüber standen. Gott hat sie zu den Völkern gesandt, um sie die richtige Haltung Gott gegenüber zu lehren. Die Völker haben es nicht verstanden. Zwei auserwählten Völkern, nämlich den Juden und den Christen, hat Gott eine Schriftoffenbarung gegeben. Aber diese wurde von den Juden und den Christen verdorben und gefälscht. Sie unterschlugen darin zum Beispiel, dass Mohamed in diesen Schriften als das Siegel der Propheten, als der letzte Prophet, vorausgesagt wurde.

Der Islam wird damit nicht nur zu einer Religion, sondern er ist die natürliche Religion des Menschen schlechthin, nach der Sure 30.30: "Richte nun dein Antlitz auf die einzig wahre Religion; verhalte dich so als ein Hanif, d.h. als ein Gott Hingegebener; das ist die natürliche Art, in der Gott die Menschen erschaffen hat." Die Art und Weise, in der Gott die Menschen erschaffen hat, kann und darf man nicht ändern. Der Islam ist die einzig richtige Religion, doch die meisten Menschen wissen nicht Bescheid.

So wurde der Islam, eigentlich eine nachchristliche Religion, verankert und als Urreligion, älter als Juden- und Christentum, legitimiert.

JUDEN UND CHRISTEN IM ISLAM 

Heiden haben die Wahl: Islam oder Tod

Der Islam denkt territorial. Es geht darum, ein Gesetz aufzurichten, dem sich die Menschen unterwerfen. Dazu ist keine Bekehrung, keine Sinnesänderung notwendig. Wichtig ist allein, dass die Menschen anerkennen, dass das islamische Gesetz das herrschende Gesetz ist. Alle, die weder Christen noch Juden (noch Sabäer), also Schriftbesitzer sind, werden als Heiden bezeichnet. Sie können entweder den Islam annehmen oder den Tod.


Juden und Christen sind tributpflichtig

Christen und Juden hingegen, die nicht Moslem werden wollen, werden nicht gezwungen, ihrem Glauben abzuschwören. Sie müssen jedoch durch ihr Leben ganz klar offenbar machen, dass sie Menschen zweiter Klasse, verdorbene Gemeinschaften sind. Weil sie nicht Moslem sind, sind sie nicht normal, nicht mehr natürlich. Das muss sichtbar sein. In Sure 9 steht ganz klar: "Ihr Gläubigen, kämpft gegen diejenigen, die nicht an Gott und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Gott und sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion angehören, von der ihr die Schrift erhalten habt. Kämpft gegen sie, bis sie kleinlaut aus der Hand Tribut entrichten." Christen und Juden können in einem islamisch regierten Land leben, solange sie Tribut entrichten, also eine besondere Steuern bezahlen und im öffentlichen Leben ganz klarstellen, dass sie Menschen zweiter Klasse sind. Wie die Juden im christlichen Abendland mussten sich Juden und Christen auch in der islamischen Welt durch besondere Kleider kennzeichnen, durften nicht auf einem Pferd reiten und mussten die Strassenseite wechseln, wenn ihnen ein Moslem entgegenkam. Damit sollten sie zum Ausdruck bringen, dass sie die Herrschaft des Islams akzeptierten. Diese Haltung Juden und Christen gegenüber ist diejenige von Herrschern gegenüber Beherrschten. Der Islam muss herrschen. Juden und Christen werden 'Dihimmis' genannt, das sind solche, die den Schutz der Herrscher benötigen und in Anspruch nehmen. In der islamischen Welt ist der Moslem gemäss Koran ein Herrscher, weil er das Gesetz hat, um verdorbene, nicht normale Gemeinschaften zu richten. Doch hat Gott den Juden und Christen in seiner Barmherzigkeit einen Schutz gegeben; schliesslich hat er ihnen ja auch einmal Propheten geschickt. Diese Haltung des Islams den Juden und Christen gegenüber hat sich bis heute nicht geändert, wenn sie auch nicht mehr in der Kleidung sichtbar wird.


'Die Christen sind verschroben'

Wie bereits weiter oben beschrieben, findet der Islam das Christentum unvernünftig: die Trinität, der Tod Jesu am Kreuz, die Erlösung, die Vergebung, die Sinnesänderung usw. sind vom Islam her nicht nachvollziehbar und können folglich nicht von Gott sein. Von klein auf weiss der Moslem über das Christentum und das Evangelium vor allem zwei Dinge: erstens ist die Bibel gefälscht, zweitens ist das Christentum eine verdorbene, von Gott verworfene Religion. Im Denken eines Moslems ist es ein Rückschritt, Christ zu werden. Damit tritt er aus der erwählten Gemeinschaft über in eine von Gott ausgestossene Gemeinschaft.


'Die Juden sind verflucht'

Die Auseinandersetzung mit den Juden bereitete Mohamed mehr Schwierigkeiten. Anders als die Christen betrachten sich die Juden als das auserwählte Gottesvolk! Das betrifft ganz konkret die Realität des Wertes, die Minderwertigkeit. Die Juden beanspruchen für sich eine besondere Beziehung zu Gott, also genau das, was der Islam auch für sich beansprucht. Nach dem Koran und in der Haltung der islamischen Gesellschaft ist klar, dass Gott die Juden einmal erwählt hat. Zitat aus dem Koran: 'Ich habe euch auserwählt vor allen Völkern, aber ihr habt euch nicht würdig gezeigt.' Die Juden haben in ihrem Auftrag als Gottesvolk versagt. Sie haben die Propheten umgebracht und sind Gottes Geboten nicht nachgekommen (das Alte Testament ist tatsächlich voll von Gericht und Fluch über die Juden). Nachdem Gott genug hatte von den Juden, überlieferte er sie den Moslems zum Gericht. Sie wurden von Gott verflucht. Zitat eines islamischen Gelehrten aus dem Koran: 'Das ist (also die Juden sind) der Feind und die Krankheit, die unsere Länder plagt'. Der Koran beschreibt die Juden als Feinde ohne jede menschliche Regung, eine Seuche oder Plage, verflucht wie Satan, der von Gott aus seinem Gnadenreich ausgeschlossen wurde. Genau wie Satan werde jenes Volk ausgeschickt, um Krieg zu beginnen. Die Moslems seien von Gott mit folgenden Worten vor den Juden gewarnt worden: 'Eure grössten Feinde sind die Juden und die Ungläubigen. Wenn du sie siehst, so gefällt dir vielleicht ihr Äusseres oder ihr Reden. Aber sie sind Feinde. Darum hüte dich vor ihnen. Allah möge sie verderben; denn sie sind von der Wahrheit abgewichen.' Seither gehört alles, was einmal den Juden gehört hatte, der neuen Gemeinschaft des Islams: die alttestamentlichen Propheten, das Land, die Berufung... Gott gibt das alles nur denjenigen, die tatsächlich seine auserwählte Gemeinschaft darstellen. An die Stelle des Judentums wurde die islamische Gesellschaft gesetzt.


Der Islam vollzieht Gottes Gericht an den Juden

Der Moslem versteht sich als von Gott berufen, sein Gericht an den Juden zu vollziehen, und zwar in zwei Etappen:

Die erste Etappe geschah unter Omar, Mohameds Nachfolger, der Jerusalem einnahm und die Herrschaft über Jerusalem und das Heilige Land antrat.

Die zweite Etappe hat mit der sogenannten 'Schicksalsstunde', der Stunde der Auferstehung, zu tun. Die zwei wichtigsten Hadith-Überlieferer (Hadith= 'Die islamische Tradition', nach dem Koran das wichtigste Buch im Islam) sind Buchari und Muslim (8.-9.Jh.). Sie halten in ihren Überlieferungen fest, dass die Auferstehungsstunde oder eben die 'Schicksalsstunde' in ferner Zukunft erst eintreten wird, wenn die Moslems in der grosse Schlacht gegen die Juden den endgültigen Sieg über die Juden davontragen werden. Von der Schicksalsstunde heisst es in der Hadith nach Abu Huraira, der Prophet habe gesagt: "Die Schicksalsstunde wird nicht kommen, bis ihr gegen die Juden kämpft; und der Stein wird sprechen: 'Oh Moslem! Ein Jude ist hinter mir. Komm und töte ihn'." Desgleichen berichtet Abdullah Ibn Omar in der Hadith von Buchaira, der Prophet Mohamed habe gesagt: "Ihr werdet die Waffen erheben gegen die Juden, bis einer von ihnen sich hinter einem Stein versteckt, welcher sagt: 'Oh Moslem! Diener des Herrn! Ein Jude liegt hinter mir. Komm und töte ihn'."

Für den Islam ist die demzufolge die Rückkehr der Juden nach Israel und in die heilige Stadt Jerusalem die grösste Infragestellung und Bedrohung der islamischen Identität. Zur Erinnerung: Für den Islam ist Herrschaft immer eine ganz konkrete territoriale Angelegenheit, nichts Geistiges. In den vergangenen Jahren haben die islamischen Staaten nicht immer gesiegt, obwohl ihnen als Gottes Elite Sieg zugesagt ist.

Bis anfangs dieses Jahrhunderts waren Jerusalem und das ganze heilige Land, mit Ausnahme der kurzen Periode der Kreuzritter, immer islamisch. Über tausend Jahre lang waren alle heiligen Stätten (der Berg Moriah, das Grab Abrahams etc.) unter islamischer Herrschaft. Dies bestätigte den Islam als einzig wahre Religion. Das Selbstbewusstsein des Islams wurde daher nie erschüttert. Dass das heilige Land, wo Gott seine Propheten gerufen und sich offenbart hat, in islamischer Hand war, war Beweis genug, dass der Islam die Religion Gottes ist.


DER ANSPRUCH DES ISLAMS AUF JERUSALEM

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Israel: das Heilige Land des Islams

Israel wurde gemäss Koran von Allah geheiligt. In der Sure 17, einer der wichtigen Suren des Korans, die Jerusalem betreffen, aber auch in anderen Suren heisst es immer wieder: 'die ferne Gebetsstätte und das Land (dieser Gebetsstätte), das wir geheiligt haben'. Im ganzen Koran kann man sehen, dass im Zusammenhang mit David immer wieder 'das Land, das wir geheiligt haben' erwähnt wird. Israel, das heilige Land, ist das Land des Islams, weil 'Gott es im Namen des Islams geheiligt hat' und die Berufung der Juden als Sein Volk der Gemeinschaft des Islams übergeben hat.

Die Juden wollen Hebron, weil dort Abraham begraben ist - die Antwort des Islams heisst: Abraham war ein Moslem. Für den Moslem sind Jerusalem, Hebron usw. urislamisches Gebiet. Beim aktuellen Problem um Jerusalem geht es nicht um das Problem des Volkes der Palästinenser; es liegt viel tiefer. Die Existenz der Juden als Volk und ihre Rückkehr ins Heilige Land fordern den Islam heraus, seine Legitimation als die wahre Religion wieder unter Beweis zu stellen.


Jerusalem: Nerv der islamischen Identität

Jerusalem ist wie keine andere Stadt mit der islamischen Identität verbunden. Ihre Bedeutung ist für einen Moslem zentral: Jerusalem ist die ursprüngliche Gebetsstätte der Moslems. Die ersten Moslems richteten sich gegen Jerusalem aus beim Beten. Mohamed ging ja davon aus, dass Gott ihm dasselbe sagte, was er den Juden gesagt hatte. Er glich sich den Juden an und übernahm vieles von ihrem Glauben, bis hin zu den Fastenzeiten und verschiedenen Gebeten. Aus taktischen Gründen wurde später Mekka Ziel der Gebetsausrichtung. Interessanterweise ist Mohamed nach islamischer Überlieferung nicht von Mekka, sondern von Jerusalem aus in den Himmel gefahren, um allen Propheten zu begegnen. Im islamischen Gefühl ist Jerusalem das Tor zum Himmel. Am Ende der Zeit soll sogar Mekka als eine Braut nach Jerusalem gebracht werden. Der Messias - auch im Islam ist es Jesus - wird durch das Osttor in Jerusalem einziehen, um das Kreuz zu zerbrechen, die Nichtmoslems zu richten und die ganze Schöpfung unter das Gesetz des Islams zu bringen, zu heiraten, mit grösster Ehre geehrt zu werden, nach vierzig Jahren zu sterben, neben Mohamed begraben zu werden und zu gleichen Ehren wie Mohamed zu kommen.


Al Kuz - die heilige Stadt

Als einzige dem Islam heilige Stadt trägt Jerusalem den Namen 'die Heilige'. Moslems sprechen nie von Jerusalem; für sie heisst diese Stadt 'al Kuz', die Heilige. Dort ist der Berg Morija, wo heute die Al Aksa-Moschee und der Felsendom stehen; der Ort, wo Abraham Ismael (nicht Isaak!) opfern sollte. Aus diesen Gründen kann der Islam Jerusalem unmöglich aufgeben. Diese Stadt hängt mit der islamischen Identität und dem Thema der Auserwählung eng zusammen. Jerusalem ist für den Islam genauso wie für die Juden unaufgebbar, was unweigerlich zum Konflikt zwischen Juden und Arabern führt. Dieser Konflikt ist weder ethnisch noch ein Konflikt zwischen zwei Kulturen, noch geht es um einen Palästinenserstaat. Die Auseinandersetzung zwischen Juden und Arabern macht den geistlichen Kampf zwischen dem Feind, der sich im Islam ein ganz starkes Werkzeug geschaffen hat, und dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs sichtbar.


Jerusalem: das Zentrum des Islams

Jerusalem ist das Zentrum des Islams geblieben, an der dieser letztlich seine weitere Existenz beweisen muss. Dreizehn Jahrhunderte lang, bis ins neunzehnte Jahrhundert, war Jerusalem im Besitz der Moslems gewesen! Bis 1967 war zumindest der wichtigste Teil Jerusalems, vor allem der Tempelberg, unter islamischer Herrschaft, sodass die Rückkehr der Juden noch toleriert werden konnte. Aber seither ist das islamische Bewusstsein schwer angeschlagen. Jerusalem wurde im Lauf der vergangenen sechzig, vor allem aber der letzten dreissig Jahre zum Kampfobjekt der ganzen islamischen Welt. Der Kampf um Jerusalem und die Befreiung des Heiligen Landes ist das Ziel jedes Islamisten, ob er sich in Algerien, in Pakistan, in Indien, in Persien oder in Ägypten befindet. Es geht um die islamische Herrschaft, um die Herrschaft ihres Gottes, um ihre Mitherrschaft!


Der Messias wird von Jerusalem aus regieren

Nach Gottes Heilsplan wird in Jerusalem die sichtbare Herrschaft des Messias in dieser Welt offenbart. In dieser Stadt wird er ganz konkret seine Herrschaft aufrichten. Dem Teufel ist dies klarer bewusst als vielen Christen. Seine Aktivitäten konzentrieren sich auf diese Stadt. Die heiligen Stätten des Islams sind auf dem Tempelberg, weil der Teufel weiss, dass der Messias seinen Thron in dieser Stadt aufrichten wird. Darum kämpft er seit Anfang mit allen Mitteln darum, hier seinen eigenen Thron zu etablieren. Der Feind will mit allen Mitteln verhindern, dass die Herrschaft des Messias in Jerusalem sichtbar wird. Das ist ihm gerade auch in jenen christlichen Kreisen sehr gut gelungen, in denen Jerusalem während Jahrhunderten kein Thema war. Auch das ist eine Strategie des Feindes. Mit allen Mitteln versucht er, Jerusalem zu ignorieren, zu isolieren, zu vernichten oder zumindest zu beherrschen. Heute ist diese Stadt durch die politischen Ereignisse wieder so ins Blickfeld der Welt gerückt, dass wohl bald jedes Kind auf der Erde weiss, wo Jerusalem liegt, diese kleine Stadt von grosser Bedeutung.


Der Islam ist antisemitisch und antichristlich

Im Islam, diesem Werkzeug des Feindes, gibt es zwei grosse Hauptströmungen: den Antisemitismus, der sich gegen den Weg Gottes mit seinem Volk richtet, und das Antichristliche, das den Messias und damit den Heilsweg Gottes leugnet. Beides kristallisiert sich heraus an Jerusalem, der Stadt des grossen Königs. Hier wird der Kampf ausgefochten werden zwischen dem Herrschaftsanspruch des Feindes durch den Islam und dem Herrschaftsanspruch des Messias. Psalm 87 stellt Jerusalem dar als die Mitte der Ägypter, der Philister (in der Bibel dasselbe wie die Palästinenser) und anderer Völker. Jerusalem ist von Gott auserwählt, die Mitte der Völker zu sein, der Ort, wo sie zusammenkommen werden, um den Messias zu sehen. Ihnen allen voran wird das arabische Volk sein; in Jes. 60, 42 und 45 werden alle arabischen Stämme aufgezählt, die mit ihrem Reichtum kommen werden, um den Messias zu sehen. Die Zeit wird kommen gemäss Jes. 19 (vor allem Verse 24ff), wo Israel sich mit Ägypten und Assur (grosszügig verstanden Irak, Syrien und die arabischen Länder ringsum) verbündet. Sie werden zusammen ein Segen inmitten der Erde sein. Das ist die Sicht Gottes für das arabische Volk. Eines Tages wird es einstimmen in das Bekenntnis der Königin von Saba (1. Kön. 10), die jubelnd zu Salomo sagte: 'Gelobt sei Gott, der Gott Israels! All das hat Gott an dir getan, Salomo, weil Gott Israel liebt von Ewigkeit.' Dies ist das Bekenntnis einer arabischen Herrscherin, die schon durch Salomo erkannte, wer der lebendige Gott ist, und die Beziehung zwischen Israel und dem Gott aller Völker ohne Rivalität anerkannte!


Islam und Moslems gilt es zu unterscheiden!

Wir als Christen müssen eine klare Unterscheidung treffen zwischen dem Islam und den Moslems. Die Moslems sind nicht Eigentum des Islams, nicht Eigentum der Mächte, die sie gefangenhalten. Libyen, Ägypten, Saudiarabien, der Iran - diese Völker und Länder sind Gottes Eigentum, nicht Eigentum irgendeiner Religion. Gott leidet um diese Menschen, die gefangen sind in diesem dämonischen System des Islams. In Joh. 3,16 sind keine Menschen ausgeschlossen von der Liebe Gottes. Jesus hat sein Leben dahingegeben, damit diese Menschen zu ihm kommen, zum Messias finden. Er will, dass diese Völker befreit werden. Im alten Testament zeigen sehr viele Stellen, dass gerade die arabischen Völker die ersten sein werden, die dem Messias ihre Aufwartung machen. Das begann bei der Geburt Jesu mit der Aufwartung der Weisen aus dem Morgenland; mit den Söhnen des Ostens sind in der Bibel immer die Araber gemeint. Der Teufel will unter keinen Umständen, dass diese Völker auch zu ihren Verheissungen, zu diesem Messias kommen. Das dämonische System des Islams will das Angesicht des Messias verhüllen und verhindern, dass die konkrete, sichtbare Heilsgeschichte mit dem jüdischen Volk in Jerusalem und im heiligen Land stattfindet.

©Stiftung Gemeinschaft der Versöhnung-GDV
Postfach 134
CH- 8411 Winterthur
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Studienwoche 2012

 

Vom

7. bis 16. September 2012

führen wir eine Studienwoche in Jerusalem durch. Nähere Infos und einen KURZFILM finden Sie hier.

Die Studienwoche wird definitiv durchgeführt.

Anmeldeschluss:              30. Juni 2012

Zur Anmeldung

 

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