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Kinder im Reich Gottes

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Marcel Rebiai, November 1997

Die Bedeutung der Kinder in Gesellschaft und Reich Gottes  
Die Stellung des Kindes in der Gesellschaft
Die Stellung des Kindes im Reich Gottes
Kinder haben einen speziellen Platz
Das Kind hat eine ursprüngliche Ahnung von Gott
Kinder leben noch nicht im Hochmut
Ein Kind ist schutzlos

Ein Kind wächst im Reich Gottes
Die Beziehung zu Gott ist wachstümlich
Autoritätspersonen vertreten Gott
Klare Führung lässt das Fundament erstarken
Pubertät: angelernte Werte werden überprüft

Kinder entscheiden sich
Anvertraut
Kinder sind ganze Persönlichkeiten

Weiterführung der Kinder
Schwerpunkte

Das Umfeld der Kinder und das Reich Gottes: Eine Spannung
Kontakte zu Familien schaffen Raum
Reich Gottes erleben lassen: unter der Woche
Reich Gottes erleben lassen: beim Feiern 
 
 

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DIE BEDEUTUNG DER KINDER IN GESELLSCHAFT UND REICH GOTTES


Der Prägung von Kindern sollte jede Gesellschaft besondere Beachtung schenken, sind Kinder doch die Substanz jeder kommenden Gesellschaft, und dies nicht nur biologisch, sondern auch was die geistliche Substanz eines Volkes anbelangt. Von uns hängt es also ab, welche Einstellung zum Leben, zur Welt, zum Mitmenschen usw. die kommende Generation haben wird, welche Rechte und Gesetze unsere Kinder eines Tages verabschieden werden...! In unserer Verantwortung liegt, was erst sichtbar werden wird, wenn unsere eigene Kraft nachlässt.
Im allgemeinen ist die Prägung eines Menschen bezüglich Werte (Weltanschauung) bei einem zwölfjährigen Kind bereits abgeschlossen. Auch wenn Gott immer alle Türen offenstehen: Für uns Erwachsene ist die Zeit, in der wir Fundamente für den Aufbau des Lebens eines Kindes legen, im Wesentlichen vorbei. Zwölf Jahre sind eine kurze Zeit. Entschlossenheit, Hingabe und Zielstrebigkeit ist gefragt.


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Die Stellung des Kindes in der Gesellschaft


Wir möchten hier nur in Kürze drei Hauptmuster skizzieren, nach denen ein Kind in den unterschiedlichsten Kulturen und auf verschiedenen gesellschaftlichen Niveaus, sowohl in christlichen als in nichtchristlichen Kreisen, aufgenommen wird. Die Ausprägung solcher Muster mag dabei ganz verschieden stark sein.


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1. Das Kind wird idealisiert und vergöttert


Es ist Eigentum der Eltern. Je nach seinen Gaben und Gefügigkeit dient es den Eltern als Persönlichkeitserweiterung und wird von der Familie oder Gemeinschaft als Qualitätsausweis vornean gestellt. Das Kind bekommt Zuwendung, weil es als Vorzeigeobjekt bestimmte Erwartungen und Funktionen erfüllt. Vor allem in seiner Kleidung und Bildung dient es als Plakatträger. Das Kind wird gepflegt wie ein anderes Statussymbol. Erfüllt ein Kind dann diese Funktionen einmal nicht mehr, schwindet das Interesse an ihm, und es verliert schnell an Zuwendung.


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2. Dem Kind wird wenig Bedeutung beigemessen


Solange es für die Gemeinschaft nicht einen arbeitsmässigen Nutzen erbringt, ist es sich selber überlassen, bis es dann aufgewachsen und stark genug ist, zu leisten. Bis dahin werden einfach seine äusseren Bedürfnisse abgedeckt; es wird versorgt. Gleichgültigkeit ist die Grundhaltung Kindern gegenüber, das Verhältnis zu ihnen klar leistungsorientiert.
Diese Haltung Kindern gegenüber ist in der islamischen Welt stark ausgeprägt. Das Kind erlangt erst mit zwölf Jahren eine Bedeutung als Mitglied der Gesellschaft.


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3. Das Kind wird sehr ernst genommen


Das Bewusstsein, dass das Kind eine eigene Persönlichkeit ist, die nicht zur Selbstdarstellung von Erwachsenen missbraucht werden darf, ist gross. Das Kind wird als Gegenüber geachtet und maximal gefördert, in der Meinung, so das Gute im Menschen zu bewahren und zur Blüte zu bringen. In der Beziehung zum Kind spielt die Vernunft eine grosse Rolle. Es soll möglichst wertfrei aufwachsen und so Gelegenheit haben, sich eigene Werte zu bilden. Auf keinen Fall darf es zu irgendeiner Weltanschauung hin manipuliert werden, schon gar nicht einer religiösen. Die bewusst verweigerte Orientierung der Eltern verunsichert das Kind und zwingt es zu Machtübernahme seiner Umwelt, bis dahin, dass sich die Eltern und Erwachsenen ganz nach den Bedürfnissen des Kindes richten müssen. Dieser Haltung Kindern gegenüber liegt das humanistische Menschenbild zugrunde.


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Die Stellung des Kindes im Reich Gottes


Entspannter Umgang mit Kindern ist für Erwachsene sehr oft eine grosse Herausforderung, weit weg von aller Selbstverständlichkeit: Entweder verhält man sich ihnen gegenüber auch wie ein Kind, oder man hält sie sich vom Leib. Es ist tatsächlich nicht einfach, ein Verständnis für ihre Bedürfnisse und ihre Perspektive zu gewinnen. Wir müssen darum ringen, dass Gott uns immer mehr seine Sicht von Kindern offenbart.
Gott nimmt die Kinder sehr wichtig: In der Beziehung zu ihm nehmen sie den gleichen Platz ein wie Erwachsene, d.h. er nimmt beide gleich ernst.


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Kinder haben einen speziellen Platz

Gott weist den Kindern einen speziellen Platz in der Gemeinschaft der Menschen zu: "Er nahm ein Kind, stellte es mitten unter sie, umarmte es und sprach zu ihnen: 'Wer eines von solchen Kindern in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.'" (Mk.9,36-37). "Doch Jesus sprach: 'Lasst die Kinder, und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn für solche ist das Himmelreich.' Und er legte ihnen die Hände auf" (Mt. 19,14-15).



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Das Kind hat eine ursprüngliche Ahnung von Gott


Im Kind ist eine ursprüngliche Ahnung, dass Gott ist, und dass er gut ist und es sich ihm anvertrauen kann. Je jünger das Kind, desto weniger ist diese Ahnung von Gott bereits zugedeckt. Diese Tatsache wird auch in folgenden Bibelstellen sehr deutlich: "Jesus sprach: 'Ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dieses vor Weisen und Klugen verborgen, Unmündigen aber geoffenbart hast.'" (Mt. 11,25). "Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er wirkte, und wie die Kinder im Tempel riefen: 'Hosanna dem Sohne Davids', da wurden sie unwillig und sagten zu ihm: 'Hörst du, was die da sagen?' Jesus aber sprach zu ihnen: 'Gewiss. Habt ihr noch nie gelesen: 'Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet'?" (Mt. 21,15-16). Für Jesus ist ganz klar und völlig selbstverständlich, dass diese Kinder ihn als den erkannt haben, der er ist.


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Kinder leben noch nicht im Hochmut


"Jesus stellte ein Kind in ihre Mitte und sprach: 'Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen. Wer sich also für gering hält wie dieses Kind, der ist der Grösste im Himmelreich.' (Mt. 18,3-4) Wer sich also für gering hält... Kinder erheben sich nicht zum Massstab aller Dinge und somit auch nicht über Gott. Sie sind nicht hochmütig; sie glauben alles. Darum ist jedes Kind weit offen für die Botschaft, dass Gott ist und es geschaffen hat zur Beziehung mit ihm. Erinnern wir uns: Der Wunsch, selber zu wissen,was gut und böse ist, hat die Menschen ungeheuer weit von Gott getrennt - und noch immer ist dies der Hauptgrund, warum viele Menschen nicht mit Gott leben.


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Ein Kind ist schutzlos


Aufgrund seiner Lebenssituation ist ein Kind dieser Welt gegenüber vollkommen ausgeliefert, machtlos. Deshalb untersteht es dem besonderen Schutz und der Zuwendung Gottes, wie alles Schwache. "Sehet zu, dass ihr keines dieser Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht des Vaters im Himmel" (Mt.18,10).
"Wer aber einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, dem wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde" (Mt. 18,6). Jesus spricht nirgends eine so harte Strafe aus wie an dieser Stelle.


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EIN KIND WÄCHST IM REICH GOTTES


Die Beziehung zu Gott ist wachstümlich

In seiner Schutzlosigkeit ist ein Kind ganz auf Vertrauen angelegt. Vertrauen ist das Element, in dem es sich entwickeln kann. Das Kind ist auf Beziehung ausgerichtet, weil es Hilfe und Schutz braucht. Und Gott will, dass jedes Kind diesen Schutz erfährt. Gott möchte, dass diese ursprüngliche Ahnung von seiner Existenz im Kind erhalten bleibt und wächst, indem es von allem Anfang an auf eine Beziehung zu Gott ausgerichtet wird und ihn kennenlernt. Erlebt es, dass sein Vertrauen beantwortet wird, erlebt es Schutz und echte Beziehungen, dann wird Reich Gottes für ein Kind zur Selbstverständlichkeit, ohne dass es theologisch alles begriffen haben müsste. Über verschiedene 'Bekehrungen' wächst es hinein in eine immer tiefere Zuwendung zu Gott hin (dies ist auch bei Erwachsenen nicht anders). Wie selbstverständlich ein Kind seine Beziehung zu Gott lebt, soll das Beispiel des siebenjährigen Akim zeigen: Er betet zu Jesus, wenn das Licht nicht funktioniert, wenn der Kühlschrank einen Wackelkontakt hat, die Mutter ihren Check vom Sozialamt noch nicht erhalten hat, für seinen Bruder im Schulheim - einfach für alles, was im Moment gerade aktuell ist. Auf die Frage, wie er denn angefangen habe, so mit Jesus zu reden, antwortete er: "Als Jesus in mein Herz kam, habe ich ihn gespürt. Er hat zu mir gesprochen und mir gesagt, er heisse Jesus. Ich fühlte, dass er gut ist. So habe ich angefangen zu beten, und ich weiss, dass er mich auch hört."


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Autoritätspersonen vertreten Gott


Ein Kind erlebt Gott, seinen Schutz, sein Vertrauen, seine Zuneigung und Fürsorge mittels der Autoritätspersonen, die für sein Leben sorgen: Eltern, Grosseltern, Lehrer usw. In ihnen erlebt ein Kind Gott. Diese Menschen sind für es die Konkretisierung des unsichtbaren Gottes. Die Art und Weise, wie sie dem Kind begegnen, aber auch wie sie Gott darstellen, von ihm reden und ihre Beziehung zu ihm leben, prägen das Kind in seiner Gottesbeziehung. Auch 'keine Beziehung zu Gott' drückt das Verhältnis zu Gott aus. Autoritätspersonen können die geöffnete Tür eines Kindes zu Gott weiter offen halten oder verschliessen, so grosse Verfügung über ein Kind ist ihnen gegeben - ob sie das wahrnehmen oder nicht. Gott hat es so eingerichtet. Deshalb sind auch die Konsequenzen entsprechend (vgl. Mt. 18,6).
In der Kindheit werden die Grundlagen zum Leben gelegt, das Lebensfundament. Vorstellungen von Gott, von der Welt, vom Mitmenschen und von sich selber werden gebildet und festgemacht. Während den ersten zwölf Jahren eines Menschenlebens entsteht ein Weltbild, eine Weltanschauung; und obwohl das Kind in diesem Alter diese noch nicht formulieren könnte, ist sie ihm doch in Fleisch und Blut übergegangen.


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Klare Führung lässt das Fundament erstarken


Ein Kind braucht deshalb in diesen ersten Jahren ganz klare Führung, wie dies in der Bibel auch empfohlen wird: "Weise das Kind ein in den Weg, den es gehen soll, dann wird es, auch älter geworden, ihn nicht verlassen" (Spr. 22,6). Beziehung zu Kindern leben bedeutet demnach, ihnen Orientierung zu geben, Antwort zu sein und sie zu schützen, auch vor allem Zerstörenden, das aus ihrem eigenen Herz kommt. Das fordert ein ganzes Engagement, ein Leben in der Hingabe an die Kinder. Nehmen Eltern diese Verantwortung nicht wahr, so wird sich das Kind an anderen Menschen ausrichten, die ihm einen Weg weisen. Irgendeinen. Bevor sich ein Kind in der Pubertät aus eigener Initiative der Welt stellt, ist seine grundsätzliche Ausrichtung bereits gefestigt.


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Pubertät: angelernte Werte werden überprüft


Das Denken, Fühlen und Handeln eines Kindes bekommt einen neuen Ansatz, es löst sich vom bisherigen Orientierungspunkt der Eltern und Lehrer ab und sucht einen eigenen. In der Pubertät beginnt ein Kind, sich selber der Welt zu stellen. Es lässt sich in eine direkte Auseinandersetzung mit der Welt ein und überprüft die angelernten Werte auf ihre Stabilität und Brauchbarkeit.
Das bisher gelebte Fundament wird belastet, und ein bewusster eigenständiger Aufbau des Lebens beginnt. Was für eine Tragödie, wenn Jugendliche feststellen müssen, dass entweder kein oder nur ein brüchiges Fundament da ist! Wie gross ist ihre Not, wenn sie feststellen, wie hilflos, wie ohnmächtig sie in der Welt stehen, weil sie keine Orientierungshilfe bekommen haben im Verständnis ihrer selbst, des Nächsten, der Welt und Gottes. Die zerstörte Existenz Jugendlicher ist in vielen Fällen ein Resultat der Investition in ihr Leben vor der Pubertät. So wichtig und notwendig es ist, dass wir den Kindern von Jesus erzählen, so sehr müssen wir uns bewusst sein, dass sie in erster Linie an unserer eigenen Beziehung zu Jesus erfahren, wie und wer Jesus wirklich ist. Kinder orientieren sich zum grössten Teil an dem, was sie an uns erleben.
Begründet durch die genannten Tatsachen wollen wir uns nebst allem anderen, worin wir auf dem Missionsfeld stehen, im Leben von Kindern engagieren. Wo wir sind und wo wir können, wollen wir den Kindern durch unsere Haltung und Beziehung zu ihnen Jesus als Freund und Heiland nahe bringen, ihnen vom Vater erzählen, dem sie sich anvertrauen können, und vom Heiligen Geist, der ihnen hilft und sie tröstet. Diese Haltung Kindern gegenüber wollen wir als ganze Mitarbeiterschaft leben, auch wenn nicht alle in der Kinderarbeit an und für sich engagiert sind. Was wir heute in Kinder und Jugendliche investieren oder auch nicht, wird Früchte tragen in der kommenden Generation, auch für das Reich Gottes.


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KINDER ENTSCHEIDEN SICH


Je jünger ein Kind ist, desto grösser ist seine Ahnung von Gott. Je jünger ein Kind ist, desto weniger kann es diese Ahnung, sein Gottesverständnis, seine Beziehung zu seinem Schöpfergott formulieren. Aber sie ist da, diese Beziehung zu Gott, die Einsicht in Gottes Reich, ganz real, auch wenn ein Kind dies nicht in theologischen Begriffen auszudrücken vermag. Wo wir oft grosse Mühe haben, Kinder in ihrem Glauben ernst zu nehmen, und vieles ihrer Fantasie zuschieben, ist für Jesus die Tatsache, dass Gott sich Kindern in grossem Mass offenbart, ganz selbstverständlich:
Jesus sprach: "Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dieses vor Weisen und Klugen verborgen, Unmündigen aber offenbart hast." - Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er wirkte, und wie die Kinder im Tempel riefen: "Hosanna dem Sohne Davids", da wurden sie unwillig und sagten zu ihm: "Hörst du, was die da sagen?" Jesus aber sprach zu ihnen: "Gewiss. Habt ihr nie gelesen: 'Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet'"? (Mt.11,25; 21,15-16).


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Anvertraut


Kinder gehören Gott und sind uns von ihm als Geschenke anvertraut zur Erziehung und Begleitung auf ihrem Weg mit ihm. Jesus warnt uns davor, Kinder Gott zu entfremden ("Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, dem wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde" Mt.18, 6). Ziel aller unserer Bemühungen soll es sein, Kinder in ihrer Beziehung zu Gott zu festigen und ihre Identität in Jesus zu klären und zu stärken. Wo immer uns Kinder anvertraut sind, bleibt sich dieses Ziel gleich. Wie vertrauenswürdig erweisen wir uns Gott gegenüber?


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Kinder sind ganze Persönlichkeiten


Auf ihrem Weg mit Gott wollen wir die Kinder ganz ernst nehmen und mit ihnen zusammen auch noch so kleine Schritte festmachen, zu denen sie sich im Vertrauen auf Gott entscheiden. Als Zeugen ihrer Hingabe an Gott wollen wir ihnen helfen, auf diesem Weg zu bleiben. Meist in Einzelgesprächen, wenn die Kinder unter der Woche bei uns sind, fragen wir sie manchmal auch, ob sie ihr Leben ganz bewusst Jesus anvertrauen und ihm sagen möchten, dass er ihr Hirte, ihr Erlöser oder Freund sein solle. In einfachen Gebeten machen sie dann fest, was in der vergangenen Zeit in ihrem Herz an Beziehung zu Jesus gewachsen ist, sei es, dass sie es selber formulieren oder dass wir ihnen ein Gebet vorsprechen. Ein erstes Übergabegebet mag ein erster Schritt von vielen sein, bei denen sich ein Kind immer wieder neu für ein weiteres, tieferes, hingebungsvolleres Leben mit Jesus entscheiden muss. Das ist bei Erwachsenen auch nicht anders. So machen auch Kinder klare Schritte aus der Finsternis heraus ins Licht Gottes. Und Gott reagiert darauf, befreit Kinder zusehends, öffnet ihnen neue Türen zum Leben. Er spricht zu ihnen und führt sie ganz nach ihrem Alter. Dies ist für uns immer wieder faszinierend mitzuerleben. Selbst wenn es sich dann im Erwachsenenalter von Gott abwenden wird, so wird es für diesen Menschen doch einfach sein, zu seinem Gott zurückzukehren - das erleben wir immer wieder. Zumindest eine Ahnung bleibt.


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WEITERFÜHRUNG DER KINDER


Entsprechend ihrer Entscheidung wollen wir die Kinder gezielt weiterführen. Diese Weiterführung geschieht zu einem Teil in Einzelgesprächen, wenn die Kinder einzeln und unter der Woche bei uns sind. Jede Mitarbeiterin bleibt Bezugsperson für 'ihre' Kinder und sucht Wege, wie eine angepasste Weiterführung im Leben mit Jesus geschehen kann. Entsprechend ihrem Alter bekommen einige Kinder eine Bibel geschenkt und werden ins Bibellesen eingeführt. Gemeinsam mit uns und allein bei sich zu Hause entdecken sie neue Geschichten von Jesus. Wir suchen auch immer wieder Gelegenheit, mit den Kindern zu beten.
Nicht bei allen Kindern geht diese Weiterführung gleich gut. Auch hier sind Unverbindlichkeit und Unzuverlässigkeit Hindernisse. Im Gebet vertrauen wir Gott immer wieder gerade jene Kinder an, die selten kommen. Er wird auch sie weiterführen und in der Beziehung zu ihm stärken.


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Schwerpunkte


Ein anderer Teil der Weiterführung ereignet sich jeweils, wenn wir nur die kleinen Jünger bei uns in der Stube sammeln. Im Gegensatz zur Kinderstunde, die weiterhin ganz evangelistisch bleiben soll, haben wir für diese Jüngertreffen andere Schwerpunkte gesetzt:


    1. Gott besser kennenlernen, Fördern einer Vertrauensbeziehung zum himmlischen Vater.
    2. Kennenlernen der Bibel als Gottes Wort, Umgang mit der Bibel
    3. Gotteskindschaft: mein Erbe
    4. Beziehung zu Mitmenschen, gerade auch zu den anderen Kindern, die sich für Jesus entschieden haben.


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DAS UMFELD DER KINDER UND DAS REICH GOTTES: EINE SPANNUNG


In den Drei- oder Vierzimmerwohnungen im Quartier leben nebst den kinderreichen Familien oft noch Tanten, Onkel, Grosseltern und verschiedene Cousins mit. Vielleicht ist gerade noch Besuch von Algerien oder Jordanien da...! Selbst wenn die Mutter nicht auswärts arbeiten muss, ist sie froh, wenn die Kinder ihre schulfreie Zeit draussen verbringen. Um die Häuserblöcke herum ist es jedoch sehr schmutzig. Überall liegt Abfall verstreut, dessen man sich über die Balkone entledigt hat. Der "Spielplatz", wenn überhaupt vorhanden, ist völlig leer; nicht einmal eine Kletterstange ist da zu finden. Und die Bäume, die hätten wachsen sollen, haben nicht überlebt. Da die Kinder wenig Spielsachen kennen, suchen sie den Abfall nach Geeignetem ab. Viele haben den Bezug zu jeglicher Art Material verloren. Sorgfalt, sei dies für Kleider oder Farbstifte, ist ihnen fremd. Obwohl die Kinder selber so wenig besitzen, leben sie schon in der Haltung: verschwenden, verbrauchen und wegwerfen. Unter ihnen gilt ganz klar das Recht des Stärkeren.


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Kontakte zu Familien schaffen Raum


Die Kontakte zu den Müttern und wo möglich auch zu den Vätern gehören für uns zur unbedingt notwendigen Basis der Kinderarbeit. Durch die Kinder fliesst das Evangelium hinein in Elternhäuser; Mütter, Geschwister, ganze Familien kommen dadurch in Kontakt mit Jesus. Durch die vielen gegenseitigen Bekanntschaften, verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen im Quartier wird die Frohe Botschaft bekannt, werden geistliche Realitäten verändert! Aus immer mehr Familien werden durch die Propaganda von Mund zu Mund Kinder in die Kinderstunde geschickt.
Wenn Kinder schon mehrmals bei uns waren, fragen wir nach, wo sie wohnen, und nehmen mit der Familie Kontakt auf. Bald merken wir, welche Atmosphäre das Elternhaus dieser Kinder prägt. So können wir viele ihrer Reaktionen und Fehlverhalten besser verstehen. Wir können bei unseren Besuchen auch die Haltung der Mütter dem Evangelium gegenüber spüren: Einige nehmen einfach zur Kenntnis, dass ihr Kind eine christliche Kinderstunde besucht; andere wussten nicht einmal, dass ihr Kind schon öfters bei uns gewesen war; wieder andere laden uns ein, wiederzukommen, und es entsteht ein regelmässiger Kontakt.
Wir geniessen unter den Müttern im Quartier ein sehr grosses Vertrauen, was für die islamische Kultur, die ja geprägt ist von gegenseitigem Misstrauen, ein grosses Wunder ist. Normalerweise sind die Mütter enttäuscht, verbittert oder gleichgültig. Oft fehlen die Väter. Das erlaubt ihnen gar nicht, echte Mütter zu werden. Sie überlassen die Kinder häufig sich selber und werden ihnen gegenüber mit der Zeit gleichgültig. So sind viele dankbar, dass unsere Mitarbeiterinnen für ihre Kinder zu Ersatz-Müttern geworden sind, die sich ihrer in der Verwahrlosung annehmen und tagsüber für sie da sind.
Durch Besuche in den Familien können wir den Kindern viel Raum schaffen. Ihre Beziehung zu uns ist kein Geheimnis mehr; dadurch fühlen sie sich freier, daheim über die Kinderstunde zu erzählen. Mütter beobachten die Veränderungen an ihren Kindern, ohne sich gegen das Evangelium zu stellen. Wir möchten sie ganz einpflanzen in ihre Kultur, ihr Zuhause, ihre Umgebung. Dort sollen sie das in der Kinderstunde Erlebte umsetzen, leben und auch Jünger sein dürfen. Kinder erleben Jesus als Freund und Retter, ohne dass sie ihren Familien entfremdet werden. Stolz erzählen sie anderen Kindern, dass wir auf Besuch waren.


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Reich Gottes erleben lassen: unter der Woche


Einer der grössten Vorteile für unsere Arbeit unter Kindern ist wohl, dass wir selber im Quartier wohnen. Wir sind Nachbarn der vielen Mütter. Unser Leben ist kein Geheimnis, wir sind nahbar und immer erreichbar. Unter den Kindern ist längst bekannt geworden, dass sie jederzeit bei uns anklopfen dürfen. Auf der Suche nach Geborgenheit und Zuwendung kommen sie denn auch zu allen Tageszeiten und mit allen möglichen Anliegen: Gibst du mir ein Bonbon? Hilfst du mir bei den Aufgaben? Darf ich mit dir zusammen ein Lied singen? Darf ich bei dir eine Zeichnung malen? Allein oder in Gruppen stehen sie vor der Tür. So oft wie möglich nehmen wir uns Zeit für diese bittenden Kinder, empfangen sie in unserer Wohnung, nehmen sie hinein in unser Leben. Manchmal helfen sie uns auch beim Kochen oder Putzen.
Die Kinder fühlen sich immer sehr wohl in unserer Wohnung, bestaunen ihre Schönheit. Diese Schönheit kann unmöglich mit unserer einfachen Einrichtung zusammenhängen. Vielmehr spüren sie die Atmosphäre der Geborgenheit, den Frieden Gottes und die Gemeinschaft unseres Lebens, die unsere Wohnungen erfüllen. Sie sind Häuser von Jesus geworden, ein Zufluchtsort für viele Kinder.
Wir sind herausgefordert, ihr Leben mitzuformen, nicht nur was ihre Gottesvorstellung anbelangt. In unserer Wohnung gibt es zum Beispiel ein Minimum an Regeln, die sie einhalten müssen. Dies fordert unsere Kräfte und viel Wachsamkeit, schafft den Kindern aber eindeutig Raum und Wohlsein. Wir wollen das Leben mit ihnen teilen und sie an uns Jesus und seinen Reichtum erleben lassen. Die sichtbar werdenden Veränderungen freuen uns. Viele der Aufmerksamkeit heischenden Kinder sind ruhiger geworden. Das Wissen und Erleben um ihr Angenommensein und Geliebtwerden hat ihr Herz gestillt. Diese Kinderbesuche ausserhalb der Kinderstunden sind kostbare Momente der Begegnung mit einzelnen Kindern. Wir können die Beziehung zum einzelnen Kind vertiefen und Vertrauen aufbauen. In diesem vertrauten Rahmen öffnen sich Kinder zunehmend, und es ergeben sich tiefe Gespräche über ihr Leben und über Jesus. Viele der Kinder, die sich für Jesus entschieden haben, taten dies bei solch einem "privaten" Besuch.


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Reich Gottes erleben lassen: beim Feiern


Gott hat uns Feste gegeben. Sie geben uns im alltäglichen Leben eine Ausrichtung. Auf die festgesetzten Zeiten leben wir hin, und von dort können wir gestärkt und neu ausgerichtet weitergehen. Rummel und Stress waren sicher nicht Gottes Absichten, als er erstmals für sein Volk Israel solche Feiern festlegte.
Auch im Leben von Kindern sind Feste besondere Höhepunkte, auf die sie schon Wochen im voraus hinfiebern und die ihnen lange in Erinnerung bleiben: "Weisst du noch, wie wir letzte Weihnachten alle Kinder zusammen gefeiert haben. Du hast uns doch mit dem Auto abgeholt, und wir sind dir dann alle weggelaufen! Und im Weihnachtsspiel warst du doch die Maria. Das blaue Tuch war sehr schön....." Verwoben mit vielen Nebensächlichkeiten hinterlassen Feste tiefe Eindrücke.
Kinder lassen sich noch so gerne zu allen möglichen Festen einladen. Sicher wollen wir mit ihnen Weihnachten und Ostern in besonderer Weise feiern, aber auch sonst immer wieder kleinere oder grössere Ereignisse zum Anlass nehmen, die Kinder Freude und Gemeinschaft erleben zu lassen.

Komm & Sieh

Sommereinsatz
Provence - Marseille
vom 27. Juli bis 5. August 12:

Nähere Infos
Anmeldung: hier

Studienwoche 2012

 

Vom

7. bis 16. September 2012

führen wir eine Studienwoche in Jerusalem durch. Nähere Infos finden Sie hier

Anmeldeschluss:           30. Juni 2012

Zur Anmeldung

 

Vom

7. bis 16. September 2012

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